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Unser Autor des Monats Februar 2012 Loriot
Bernhard-Victor Christoph Carl von Bülow, kurz Vicco von Bülow, wurde am 12. November 1923 in Brandenburg an der Havel geboren.
Im Familienwappen findet sich ein Pirol als Wappentier auf dem Helm, der französische Name "loriot" stand Pate für den Künstlernamen von Vicco von Bülow: LORIOT
Loriot arbeitete bis zu seinem Tod als Karikaturist, Regisseur, Schauspieler und Schriftsteller. Für seine Verdienste wurde er 2003 von der Berliner Universität der Künste zum Professor der Theaterkunst ernannt.
Die Familie von Bülow ist ein altes mecklenburgisches Adelsgeschlecht aus dem kleinen Ort Bülow bei Rehna. Viele Familienmitglieder brachten es im Staatswesen, beim Militär oder bei der Kirche zu hohem Ansehen.
Nach dem zweiten Weltkrieg studierte Loriot Malerei und Grafik an der Kunstakademie Hamburg. Nach dem Abschluß arbeitete er zunächst als Werbegrafiker und erfand das für ihn charakteristische Männchen mit der Knollennase. Ab 1950 war er dann als Cartoonist für den "Stern" tätig. Die erste regelmäßige Serie hieß "Auf den Hund gekommen", die durchaus auch Proteste auslöste, worauf er vom "Stern" entlassen wurde. Er fasste jedoch schnell Fuß als Karikaturist und schuf 1971 den unvergessenen "Wum", das Maskottchen für die Aktion Sorgenkind, dem er mit dem Elefanten Wendelin und später mit dem blauen Klaus noch zwei Freunde für die Fernsehsendung "Der große Preis" zur Seite stellte. Alle Sketche wurden von Loriot geschrieben, gezeichnet und gesprochen.
Unvergessen sind auch seine Filme: "Pappa ante portas" und "Ödipussi" und noch viele mehr.
Als Schriftsteller beschäftigte er sich hauptsächlich mit zwischenmenschlichen Kommunikationsstörungen. "Kommunikationsgestörte interessieren mich am allermeisten. Alles, was ich als komisch empfinde, entsteht aus der zerbröselten Kommunikation, aus dem Aneinander-vorbei-Reden." (Loriot) Einige Erfindungen und Formulierungen Loriots wurden im deutschen Sprachraum Allgemeingut. Dazu gehören das Jodeldiplom, die Steinlaus (die sogar mit einem Eintrag im Pschyrembel vertreten ist) und der Kosakenzipfel.
Vicco von Bülow war seit 1951 mit seiner Frau Romi verheiratet und hatte zwei Töchter - Bettina und Susanne - und zwei Enkelkinder. Er starb am 22. August 2011 nachts im Alter von 87 Jahren in Ammerland am Starnberger See an Altersschwäche. Am 30. August 2011 wurde er im engsten Familienkreis auf dem Waldfriedhof Heerstraße im Berliner Stadtteil Westend beigesetzt.
Wir ehren den großen Loriot im Februar mit einer Sonderausstellung seiner schönsten Bücher und Filme.


